Schmerzmedizin 6 / 2017

Polyneuropathie Kribbeln und Schmerzen – wie können Sie helfen? Peter Berlit, Jeffrie Hadisurya, Essen Die Diagnose Neuropathie beschreibt die Schädigung eines oder mehrerer peripherer Nerven. Formal bein- haltet der Begriff neben Mononeuropathien, die etwa nach Traumen, bei Engpasssyndromen, durch Entzün- dung oder durch Ischämie auftreten können, vor allen Dingen die Polyneuropathie, auf der im Folgenden der Fokus liegt. E s gibt nur wenige epidemiologische Daten zur Häufigkeit der Polyneuropathie (PNP). Die Prävalenz liegt bei etwa 1% in der Normalbevölkerung und bei bis zu 7% in der älteren Bevölkerung [1]. In Risikogruppen, beispielsweise bei Diabetikern, beginnt die Prävalenz bei 8,7% und steigt nach zehn Jahren Beobachtungszeit auf 41,7% an [2]. Daher werden Patienten mit PNP besonders häufig im hausärztlichen Alltag angetroffen. Ätiologie Die Ursachen der PNP sind sehr vielfältig und variabel. Beson- ders häufig sind Diabetes mellitus ( Abb. 1 ) und eine äthyltoxi- sche Genese; diese beiden Ursachen sind für 75% aller PNP verantwortlich. Zu den selteneren Ursachen zählen die ent- zündlich bedingten oder hereditären PNP. Generell lassen sich die primären Schädigungen des Nervs bei den hereditären Neu- ropathien von den zahlenmäßig deutlich häufigeren sekundär- ©© Sebastian Schreiter / Springer Medizin Verlag GmbH Bei der Polyneuropathie ist das geordnete Zusammenspiel der Neuronen gestört. 34 Schmerzmedizin 2017; 33 (6) Zer tif izier te For tbildung

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