27. Deutscher Schmerz- und Palliativtag
Patientenversorgung im Mittelpunkt
Zum Deutschen Schmerz- und Palliativtag vom 2. bis 5. März 2016 versammelten sich schmerzmedizinisch
interessierte Ärzte und Vertreter nichtärztlicher Fachgruppen im Congress Center in Frankfurt am Main. In
Vorträgen wurden unter anderem der Status quo der schmerzmedizinischen Versorgung erörtert sowie
neue Konzepte vorgestellt, bei denen der Patient im Mittelpunkt steht.
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Facharzt für Schmerzmedizin könnte
Bedarfsplanung vereinfachen
Die Debatte um die Einführung des Facharztes für Schmerzmedizin beschäf-
tigt die Gesellschaften schon seit Langem. Beim Auftakt des Deutschen
Schmerz- und Palliativtages verwies die Deutschen Gesellschaft für Schmerz-
medizin erneut auf die Bedeutung des Facharztes für die schmerzmedizini-
sche Versorgung.
E
ine bessere Versorgung für Schmerz-
patienten wird gebremst, weil es im-
mer noch zu viele Orthopäden, Anästhe-
sisten, Neurologen, Psychiater und Psy-
chologen gibt, die sich an ihre Pfründe
klammern und die Fachkompetenz für
Schmerz ausschließlich für sich selbst
reklamieren. Deshalb muss es dringend
der Facharzt für Schmerzmedizin geben.
Diese Argumentation ist vielen Vertre-
ter der Publikumspresse durchaus ver-
traut. Kaum bekannt ist ihnen aber, dass
es unter den Schmerz-Fachgesellschaften
extrem unterschiedliche Auffassungen
mit Blick auf diesen Facharzt und seine
geplante Rolle imVersorgungsystem gibt.
Uneinigkeit der Gesellschaften
Bei einer Pressekonferenz zum Auftakt
des Schmerzkongresses inMannheim im
Oktober 2015 hatte sich zumBeispiel der
Präsident der Deutschen Migräne- und
Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), Pro-
fessor Andreas Straube vom Klinikum
Großhadern, vor Journalisten unmissver-
ständlich positioniert: Käme dieser „All-
gemeinmediziner des Schmerzes“, dann
hätte das fatale Konsequenzen, warnte
Straube: „Die Interdisziplinarität der
Schmerztherapie, für die wir kämpfen,
wäre dann tot!“
Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und die Patientenorgani-
sation Deutsche Schmerzliga (DSL) hin-
gegen fordern seit Jahren die Einführung
dieses Facharztes. Genau mit diesemWi-
derspruch mussten sich DGS-Vorstands-
mitglieder und DGS-Vertreter auf Nach-
fragen bei einer Pressekonferenz zum
Auftakt des Schmerz- und Palliativtags in
Frankfurt am Main auseinandersetzen.
Schwächt dieser Dissens unter den Fach-
gesellschaften nicht zwangsläufig strate-
gische Handlungsoptionen mit Blick auf
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Schmerzmedizin 2016; 32 (3)
Medizin aktuell