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kreten Verbesserungen der medizini-

schen Versorgung von Patienten unter

Alltagsbedingungen ab. Für die Versor-

gungsforschung gilt das in ganz beson-

derem Maße: Weil im Rahmen entspre-

chend konzipierter Projekte alle Betei-

ligten die reale Patientenversorgung

untersuchen, ergeben sich – anders als

bei vielen klinischen Prüfungen – aus

der Versorgungsforschung regelmäßig

Erkenntnisse, mit denen sich die Ver-

sorgung ganz unmittelbar verbessern

lässt.

Damit das auch wirklich so stattfindet,

darf Versorgungsforschung nicht im El-

fenbeinturm verharren, sondern muss

an die jeweilige Versorgungslandschaft

angekoppelt werden. Versicherungsträ-

ger, Therapeuten und betroffene Patien-

ten dürfen im Rahmen solcher Versor-

gungsforschungsszenarien nicht nur die

Rolle von Datenlieferanten spielen, son-

dern auch die von Fragestellern und Ad-

ressaten für die Ergebnisse.

Der reale Versorgungsalltag

als Maß

Die eigentliche Herausforderung der

Versorgungsforschung besteht nicht

nur darin, die Ergebnisse ihrer jeweili-

gen Forschungsprojekte möglichst zü-

gig in den Gesundheitskreislauf einflie-

ßen zu lassen, sondern vor allem auch

darin, durch ihr Engagement nicht be-

reits a-priori den Evaluationsprozess

interventionell (etwa durch definierte

und vom Versorgungsalltag abweichen-

de Abläufe und Prozesse) zu beeinflus-

sen und somit – wie leider in vielen kli-

nischen Prüfungen – Daten auf der

Grundlage künstlicher Rahmenbedin-

gungen zu generieren, die jeglichen Be-

zug zum Alltag der Patientenversor-

gung verloren haben.

Unter diesem Gesichtspunkt wirft

insbesondere auch die seitens des Ge-

meinsamen Bundesausschusses (G-BA)

durchgeführte Bewertung des (Zusatz-)

Nutzens neuer Arzneimittel für die kon-

krete Versorgung Betroffener unter All-

tagsbedingungen zahlreiche Fragen auf.

Hauptproblem ist hier, dass die für diese

Bewertung herangezogenen beziehungs-

weise verfügbaren Daten eben gerade

nicht unter den Alltagsbedingungen ge-

wonnen wurden, bezüglich deren Beein-

flussung sie im Rahmen eines solchen

Nutzenbewertungsverfahrens evaluiert

werden, sondern unter den artifiziellen

Kautelen sogenannter Zulassungsstudi-

en. In diesen Studien schreiben die US-

amerikanische und die europäische Arz-

neimittelzulassungsbehörden FDA und

EMA zunehmend alltagsferne (um nicht

zu sagen unrealistische) Rahmenbedin-

gungen vor, um möglichst eindeutige,

objektive und unifaktoriell dem zu un-

tersuchenden Wirkstoff zuzuweisende

Effekte bewerten zu können.

Vorsorgungsforschung ist

patienten- und bedürfnisorientiert

Dieser Entwicklung muss sich eine pati-

entenorientierte Versorgungsforschung

im Sinne einer qualitätsgesicherten evi-

denzbasierten Medizin ebenso entschie-

den entgegenstellen, wie der unsinnigen

Beschränkung sogenannter Leitlinien

auf randomisierte kontrollierte Studien.

Das PraxisRegister Schmerz von DGS

und DSL hat das Ziel die Versorgung

von Menschen mit chronischen Schmer-

zen nachhaltig zu verbessern – nicht

durch die Umsetzung alltagsferner kli-

nischer Prüfungen, sondern durch die

Evaluation der konkret gelebten Versor-

gungsrealität und die gemeinsame Fo-

kussierung aller Beteiligten (also Betrof-

fenen, Versorgern und Wissenschaft-

lern) auf das einzige was in der Medizin

wirklich zählt: die Fürsorge um den in-

dividuellen Patienten.

PD Dr. med. Michael A. Überall,

Nürnberg

„Jede medizinische Forschung zielt letztlich

auf die konkreten Verbesserungen der medizinischen Versorgung von

Patienten unter Alltagsbedingungen ab.“

Schmerzmedizin 2016; 32 (3)

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Deutsche Gesellschaft für

Schmerzmedizin e. V.

www.dgschmerzmedizin.de