pie des Delirs nicht indiziert, sie können sogar zu einer Ver-
schlechterung der Symptomatik führen [12].
Fazit für die Praxis
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Das Auftreten eines Delirs hat hohe Relevanz für die Lebens-
qualität von Patient und An-/Zugehörigen sowie professio-
nellen Begleitern.
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Mischbilder von hypo- und hyperaktivem Delir sind häufig,
wobei das hypoaktive Delir oft übersehen wird.
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Da das Delir stets eine organische Ursache hat, besteht au-
ßerhalb der Sterbephase die Indikation für eine angemesse-
ne Ursachensuche, wenn sich daraus eine Therapiekonse-
quenz ergibt.
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Die Schulung der Betreuenden zum frühzeitigen und siche-
ren Erkennen des Delirs ist unverzichtbar.
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In einem Stufenprozess werden nicht-pharmakologische und
pharmakologische Maßnahmen kombiniert eingesetzt. Neu-
roleptika sind Substanzen der erstenWahl. Bei unzureichen-
der Wirkung oder Nebenwirkungen von Haloperidol ist eine
Kombination von niedrig- und hochpotenten Neuroleptika
sinnvoll; bei stark hyperaktiven deliranten Zuständen ist eine
kontrollierte Ergänzung durch Benzodiazepine möglich.
Tab. 5: Diagnosekriterien des Delirs nach DSM IV und ICD 10
Diagnosekriterien eines Delirs nach DSM IV
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Bewusstseinsstörung (d. h. reduzierte Klarheit der Umgebungswahrnehmung) mit eingeschränkter Fähigkeit, die Aufmerksamkeit zu richten,
aufrecht zu erhalten oder zu verlagern
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Veränderung kognitiver Funktionen (Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung und Sprache) oder Entwicklung einer Wahrnehmungsstörung,
die nicht besser durch eine bereits bestehende oder sich entwickelnde Demenz erklärt werden kann
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Entwicklung des Störungsbildes innerhalb einer kurzen Zeitspanne (Stunden oder Tage) und Fluktuation der Symptomatik im Tagesverlauf
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Verursachung des Störungsbildes durch einen medizinischen Krankheitsfaktor
Diagnosekriterien eines Delirs nach ICD 10
Bewusstseinsstörung mit:
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verminderter Klarheit in der Umgebungswahrnehmung
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Wahrnehmungsstörungen
—
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reduzierte Fähigkeit, die Aufmerksamkeit zu fokussieren, aufrechtzuerhalten und umzustellen
Störung der Kognition, manifestiert durch zwei Merkmale:
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Beeinträchtigung des Immediatgedächtnisses und des Kurzzeitgedächtnisses bei relativ intaktem Langzeitgedächtnis
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Desorientiertheit zu Zeit, Ort und Person
Psychomotorische Störungen (mindestens ein Merkmal):
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rascher, nicht vorhersagbarer Wechsel zwischen Hypo- und Hyperaktivität
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verlängerte Reaktionszeit
—
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vermehrter oder verminderter Redefluss
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verstärkte Schreckreaktion
Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (mindestens ein Merkmal):
—
—
Schlafstörung, in schweren Fällen völlige Schlaflosigkeit, mit oder ohne Schläfrigkeit am Tage oder Umkehr des Schlaf-Wach-Rhythmus
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nächtliche Verschlimmerung der Symptome
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unangenehme Träume oder Alpträume, die nach Erwachen als Halluzinationen oder Illusionen weiter bestehen können
Plötzlicher Beginn und Tagesschwankungen des Symptomverlaufes
Objektiver Nachweis einer zugrundeliegenden zerebralen oder systemischen Krankheit aufgrund Anamnese, körperlichen, neurologischen und laborchemi-
schen Untersuchungen
Tab. 6: Nebenwirkungsprofile von Neuroleptika
Substanz
Anticholinerg (M1)
Sedierung (H1)
Orthostase (α1)
QT-Verlängerung
Extrapyramidal motor. Syndrom
Haloperidol
--
+
--
-- (per os)
+ (intravenös)
+++
Chlorpromazin ++
+++
+
+
+
Risperidon
--
+
--
--
++
Olanzapin
++
++
--
--
+
Quetiapin
--
+++
+
--
--
-- = wirkungslos; += relative Wirkstärke; M1 = M1-Rezeptor (Muscarin); H1 = H1-Rezeptor (Histamin); α1 = α1-Adrenorezeptor
Schmerzmedizin 2016; 32 (3)
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