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und Verarbeitungsqualitäten weitgehend identisch beschrie-

ben, jedoch unterschiedliche Akzente gelegt (

Tab. 5

).

Wichtig ist es, eine delirante Entwicklung frühzeitig zu er-

kennen – auch zur Vermeidung einer Selbst- und Fremdgefähr-

dung. Gerade für pflegende Angehörige ist es oft nicht vorstell-

bar, dass ihr Familienmitglied in ihnen eine Bedrohung erken-

nen und aggressiv werden kann. Nicht wenige Patienten erin-

nern sich an ihren deliranten Zustand und fühlen sich dadurch

oft emotional belastet. Im Gespräch mit Patienten und Ange-

hörigen muss dies sorgfältig bedacht und, so weit möglich, auch

bearbeitet werden [9].

Für die Diagnose des Delirs stehen verschiedene validierte

Instrumente zur Verfügung. In der S3-Leitlinie Palliativ­

medizin der AWMF wird aufgrund ihrer hohen Testgüte die

Confusion Assessment Method (CAM) empfohlen (Sensitivi-

tät 94–100%, Spezifität 90–95%) [10]. Wesentlich scheint je-

doch eine sorgfältige Schulung des Betreuungspersonals zu

sein, damit eine frühzeitige Intervention möglich wird.

Therapie des Delirs

Die Intensität der Intervention sollte sich immer nach dem sub-

jektiven Leidensdruck und der möglichen Selbst- und Fremdge-

fährdung richten. Wenn immer möglich, ist die kausale Thera-

pie dieMethode der erstenWahl. Aber auch Umgebungshygiene

und pflegerischeMaßnahmen kommen eine hohe Bedeutung zu.

Allgemeine Prinzipien

Folgende allgemeine Prinzipien gilt es imUmgang mit deliran-

ten Patienten zu beachten:

Erregten und verwirrten Patienten gegenüber ruhig und über-

legt auftreten; ihnen wiederholt erklären, wo sie sind, wer man

ist und welche pflegerische Handlung vorgenommen wird.

Daran denken, dass delirante Patienten gerne ihr Bett ver-

lassen, ziellos umherwandern und sich bei mangelhafter Auf-

sicht selber in Gefahr bringen können.

Nachts sollte der Schlafraum ausreichend beleuchtet sein, da-

mit der Patient seine Umgebung klar wahrnehmen kann.

Es ist sehr wichtig, dass die noch erhaltenen Fähigkeiten ge-

fördert oder zumindest solange wie möglich erhalten werden.

Eine Klinikeinweisung führt häufig zur Verschlechterung des

Zustandes; im vertrauten Raum besseres Zurechtfinden.

bei der medikamentösen Behandlung auf richtige Einnahme

achten!

Medikamentöse Therapie

Zur symptomatischenTherapie des Delirs eigenen sich typische

und atypische Neuroleptika (

Tab. 6

). Ihr Wirkungsmechanis-

mus ist nicht eindeutig geklärt [11]. Hierbei ist jedoch zu be-

denken, dass unser Wissen um deren Einsatz bei terminal

kranken Patienten sehr begrenzt ist [2]. Bisher konnte keine

Überlegenheit eines Antipsychotikums über ein anderes nach-

gewiesen werden. Größte Erfahrung liegt mit Haloperidol vor

(z. B. 0,5–2 mg alle 2–12 Stunden). Diese Substanz hat eine hohe

antipsychotische Potenz, ohne deutlich zu sedieren. Bei fehlen-

der Wirksamkeit von Haloperidol auf eine hyperaktive Symp-

tomatik gibt es gute klinische Erfahrungen mit einer Kombi-

nation von niedrigpotenten Antipsychotika (z. B. Levomepro-

mazin) und/oder Benzodiazepinen (z. B. Lorazepam oder Mi-

dazolam) mit Haloperidol, allerdings liegen hierfür keine

Studien vor. Bei Vorherrschen einer sehr agitierten Form des

Delirs kann auch Levomepromazin als Monotherapie indiziert

sein. Benzodiazepine sind als alleinige medikamentöse Thera-

Tab. 4: Qualitäten für die Differenzialdiagnose neuropsychiatrischer Erkrankungen

Qualität

Delir

Demenz

Psychose

Epilepsie

Orientierung

gestört

gestört

gestört

gestört

Aufnahmebereitschaft

gestört

gestört

gestört

gestört

Kognition

gestört

gestört

gestört

gestört

Beginn

Stunden/Tage

Wochen/Monate

Stunden/Tage

Sekunden/Minuten

Fluktuation

Ja

Nein

Nein

Ja/ Nein

Anamnese

Ursachen

bekannt

bekannt

Ursachen

Tab. 3: Auswahl von Delir-auslösenden Medikamenten

Medikamente

Beispiele

Neuroleptika

Chlorpromazin, Promethazin

Trizyklische Antidepressiva Amitriptylin, Doxepin

Spasmolytika

Butylscopolamin

Antihistaminika

Diphenhydramin

H₂-Blocker

Cimetidin, Ranitidin

Ophthalmologika

Atropin-haltige Augentropfen

Antiparkinsonmittel

Anticholinergika, Dopaminagonisten, L-Dopa

Analgetika

nichtsteroidale Antirheumatika, Opiate

Antikonvulsiva

Valproinsäure, Carbamazepin

Antibiotika

Gyrasehemmer, Sulfonamide,

Tuberkulostatika

Benzodiazepine

der Entzug von Benzodiazepinen,

Lorazepam

andere

Kortikosteroide, Lithium, Digitalisglykoside,

Propanolol, Clonidin, Chinidin, Ciclosporin,

Theophyllin, Lidocain

Zer tif izier te For tbildung

Delir in der Palliativmedizin

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Schmerzmedizin 2016; 32 (3)