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http://www.DGS-PraxisLeitlinien.deDie Behandlung von Durchbruchschmerzen sollte individuell für jeden einzelnen
Patienten maßgeschneidert durchgeführt werden und hängt naturgemäß von
einer Vielzahl patienten-, tumor- und durchbruchschmerzspezifischen Faktoren
ab. Vorrangiges Ziel ist es die Autonomie Betroffener zu erhalten bzw. wieder-
herzustellen und maßgeschneiderte, die individuellen Bedürfnisse berücksichti-
gende Therapiekonzepte zu etablieren. Dabei sollte die Behandlung von Durch-
bruchschmerzen folgende Maßnahmen einschließen:
• die bestmögliche Therapie der eigentlichen Ursache des Schmerzes,
• die Vermeidung der Schmerz auslösenden Faktoren,
• eventuell die Anpassung der Dosis und der Intervalle des Dauer-Analgeti-
kums („Rund-um-die-Uhr-Behandlung“),
• die Verwendung einer dem Ereignis angemessenen Bedarfsmedikation
(„Durchbruchmedikation“),
• die Anwendung von nicht-pharmakologischen Ansätzen und von geeigne-
ten Interventionstechniken.
Eine theoretisch immer wieder geforderte, wenngleich nicht für jeden Fall geeig-
nete Therapieoption, liegt in der Steigerung der Opioid-Basismedikation. Zahlrei-
che Studien belegen die Wirksamkeit dieser Methode, allerdings auch die hier-
durch bedingten vermehrt auftretenden Nebenwirkungen. Ursache hierfür sind
die mit einer Dosiserhöhung insgesamt verbundenen höheren Plasmakonzentra-
tionen, die zwar zur Behandlung/Vermeidung von Durchbruchschmerzepisoden
sinnvoll sein können, jedoch regelhaft mit einer Zunahme – auch schwerwiegen-
der – Opioid-typischer Nebenwirkungen verbunden sind, die nicht selten das
grundsätzliche Bestreben schmerztherapeutischer Maßnahmen – die Teilhabe
des Patienten am privaten und sozialen Leben zu verbessern – konterkarieren.
Für die medikamentöse Bedarfstherapie tumorbedingter Durchbruchschmerzen
gelten heute – bei Patienten mit einer ausreichenden und zufriedenstellend
wirksamen Opioid-Basistherapie – sog. transmukosal zu applizierende „rapid-
onset opioids“ (ROO) als Bedarfsmedikation der ersten Wahl. Die traditionell
in Deutschland am häufigsten verordnete Bedarfsmedikation besteht in der
Verordnung nicht-retardierter Opioide (sog. „short-acting opioids“, SAO), die
jedoch aufgrund ihrer (im Vergleich zum Durchbruchschmerzverlauf) trägen
Wirkcharakteristik (Wirkeintritt nach 30-34 Minuten, Neben-/Wirkungsdauer:
3-4 Stunden) kaum in der Lage sind die Beschwerden unvorhersehbar auftreten-
der Durchbruchschmerzen in nennenswertem Umfang zu lindern, aufgrund ihrer
(vor allem im Vergleich zu den neueren transmukosalen ROO) deutlich niedrige-
ren Arzneimittelkosten seitens der Kostenträger jedoch nicht selten als „Mittel
der Wahl“ empfohlen werden.
Vorwort