Schmerzmedizin 6 / 2017

neu geschaffene Gruppe der DGS-Exzel- lenzzentren, von denen die ersten im März 2018 im Rahmen der Mitglieder- versammlung vorgestellt werden, und die Arbeitsgruppe der algesiologischen Fachassistenten und Pain Care Assis- tants. Die kommissarische Leitung die- ser Arbeitsgruppe trifft sich ebenfalls zum ersten Mal im November in Pots- dam, um die Überarbeitung des entspre- chenden Curriculums abzuschließen und den neu etablierten Tag der Fach- assistenz im Rahmen des Deutschen Schmerztages 2018 zu konzipieren. Diesen Gruppen kommt im Rahmen der DGS-Agenda 2020plus als Kern des zukünftigen DGS-Beirates insofern eine besondere Bedeutung zu, als sie – entwe- der praktisch tätig vor Ort oder inhalt- lich aufgrund ihrer Erfahrung und Ex- pertise – zusammen mit dem DGS-Vor- stand die Weichen für eine qualitativ hochwertige und flächendeckende schmerz- und palliativmedizinische Versorgung in Deutschland stellen wer- den. Darüber hinaus sollen sie auch zu aktuellen schmerzmedizinischen Frage- stellungen selbstständig Position bezie- hen. Neue Schwerpunkte, mehr Vielfalt Parallel hierzu werden aktuell alle be- reits bestehenden Fort- und Weiterbil- dungsprojekte des DGS-Campus über- arbeitet, inhaltlich wie konzeptionell auf den aktuellen Stand der Erwachsenen- bildung gebracht und bezüglich des For- mats und der Umsetzung an die Bedürf- nisse des 21. Jahrhunderts angepasst. Dazu gehört auch, dass für die beiden wichtigsten etablierten DGS-Campus- Projekte, das DGS-Innovationsforum sowie den Deutschen Schmerz- und Pal- liativtag, ab dem Jahr 2018 beziehungs- weise ab 2019 jährlich wechselnde Pro- grammkommissionen zusammen mit dem DGS-Vorstand inhaltlich verant- wortlich sein werden, um auch hier die Vielfalt der schmerz- und palliativmedi- zinischen Expertise der DGS-Mitglieder durch variable Tagungsschwerpunkte optimal umsetzen zu können. Als neues Campus-Projekt werden wir im Rahmen der DGS-Agenda 2020plus in 2018 erstmalig die sogenannten DGS- Regionalkonferenzen realisieren, mit de- nen wir versuchen wollen, nicht nur In- formationen über den Status Quo der wichtigsten schmerz- und palliativme- dizinischen Indikationsbereiche in den Regionen zu verbreiten, deren Beteili- gung an den großen schmerzmedizini- schen Fortbildungskongressen aufgrund räumlicher und zeitlicher Probleme scheitert, sondern auch neue Versor- gungsoptionen und versorgungsrelevan- te Leitlinienkonzepte wie die DGS-Pra- xisLeitlinien vorzustellen. Die Fülle all dieser Aufgaben und Pro- jekte verdeutlicht, dass die Basis der ak- tiven ehrenamtlichen und institutionel- len Mitarbeit innerhalb der DGS deut- lich über den Kreis des Vorstandes und die Regionalleiter hinaus erweitert wer- den muss. Mit der Agenda 2020plus ist hierfür ein solides Fundament gelegt, auf dem sich die DGS in den nächsten Jahren entwickeln kann. Nicht nur um die Vernetzung zu verbessern, sondern vor allem auch um die Teilhabe aller Mitglieder zu stärken und die Ideale der DGS als Versorgergesellschaft gesund- heitspolitisch zu vertreten – denn hier liegt ganz offensichtlich in den kom- menden Jahren unsere größte Baustelle. Probleme gemeinsam bewältigen Diese Aufgaben werden wir – trotz un- serer Größe und der neuen Ausrichtung – nur in einvernehmlicher und strategi- scher Einheit mit dem BVSD, dem für die Schmerzmedizin entscheidenden Be- rufsverband, der DSL, der in Deutsch- land größten Dachorganisation für Menschen mit chronischen Schmerzen, sowie weiteren Interessengruppen der schmerz- und palliativmedizinischen Szene lösen können. Dabei sollten wir uns beim Schließen etwaiger Allianzen durch die Erfahrungen und Probleme der Vergangenheit nicht dauerhaft be- hindern lassen, diese jedoch auch nicht gänzlich vergessen, denn letztlich lernen auch wir nur durch diese Erfahrungen die Herausforderungen der Zukunft ko- operativ zu meistern. Und diese sind in der Schmerz- und Palliativmedizin un- verändert (viel zu) viele! Dass es uns nach einer längeren Phase der Kommunikation auf Nulllinienni- veau im Rahmen eines Treffens von BVSD (Professor Nadstawek), DGSS (Professor Schmelz) und DGS/DSL (PD Dr. Überall) im August 2017 gelungen ist, für den 15. Dezember 2017 einen vorweihnachtlichen ersten Termin für eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur Zu- kunft der schmerzmedizinischen Ver- sorgung in Deutschland zu vereinbaren, ist vielversprechend und ein erster Licht- blick für eine vorurteilslose und hoffent- lich erfolgreiche Zusammenarbeit zur gemeinsamen Bewältigung der vor uns liegenden Probleme. Drücken wir alle die Daumen, dass die mit diesem Treffen verbundenen Erwartungen erfüllt und aus dem ersten Glimmen der Glut kein Strohfeuer, sondern eine dauerhaft woh- lige Wärme der solidarischen Koopera- tion im Interesse der sich uns anvertrau- enden Patienten wird. Liebe Mitglieder der DGS, in diesem Sinne wünscht Ihnen der Vorstand ei- nen erfolgreichen Jahresausklang, eine ruhige Vorweihnachtszeit, ein gesegne- tes Weihnachtsfest, besinnliche Feierta- ge und einen guten Start in das neue Jahr, das für Sie alle vor allemGlück, Gesund- heit und Erfolg bereithalten möge! PD Dr. med. Michael A. Überall Für den DGS-Vorstand Opioide: Wenig Suchtgefahr mit strikten Regeln! Anders als in den USA ist in Deutsch- land kein Gesundheitsnotstand wegen Zunahme der Patienten mit Opioid-Ab- hängigkeit zu befürchten. Dies hat die DGS in einer bundesweit verbreiteten Pressemitteilung betont. Hierzulande erhielten Schmerzkranke in der Regel nur Opioide unter strengen Regeln der Betäubungsmittel-Verschreibungsver- ordnung und des Betäubungsmittelge- setzes. Bei Einhaltung aller Vorsichts- maßnahmen komme es nur bei 1–3% der mit Opioiden behandelten Patien- ten zu Abhängigkeitssymptomen. In den USA würden Schmerzkranke mit Opioid-Therapie hingegen kaum kon- trolliert. Die DGS rät dringend, Opioide nur streng indikationsbezogen, retar- diert, niedrig dosiert, zeitlich begrenzt und kontrolliert einzusetzen. Nicht retardierte Opioide, laxes Monitoring und unzureichende Prä-Anamnese der Patienten erhöhten das Suchtpotenzial. (red) Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. www.dgschmerzmedizin.de Schmerzmedizin 2017; 33 (6) 43

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